Aufbewahrungsfristen

„Was müssen Sie bei einer Betriebsaufgabe erledigen? (…) Die folgende Checkliste ist ein Leitfaden, der Ihnen die Folgen der Aufgabe eines Einzelunternehmens aufzeigt und vorgibt, welche Formalitäten Sie dabei erledigen müssen. (…) Aufbewahrungsfristen: Bücher und Aufzeichnungen, Inventare und Jahresabschlüsse müssen 10 Jahre, andere steuerlich bedeutsame Unterlagen 6 Jahre lang aufgehoben werden.“ Quelle: Handwerkskammer für München und Oberbayern

„Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit Ende des Kalenderjahres, in dem das Dokument entstanden ist. Wenn du z.B. eine Rechnung vom 25.10.2016 hast, muss diese mind. bis zum 31.12.2026 aufbewahrt werden. Danach liegt es an dir, ob du die Unterlagen behalten, oder entsorgen möchtest.“ Quelle

„Wie lange ein geschäftliches Dokument aufbewahrt werden muss, hängt von der Art des Dokumentes ab, beträgt jedoch entweder 6 Jahre oder 10 Jahre, manche müssen sogar ”ewig” erhalten werden z.B. Grundstücksdokumente.“ Quelle

„In manchen Fällen ist es sinnvoll, Aufbewahrungsfristen zu verlängern. Es kann nämlich durchaus passieren, dass die Festsetzungsfrist eines vorläufigen, noch nicht endgültigen Steuerbescheids die Aufbewahrungsfrist für Dokumente übersteigt. (…) Im Extremfall müssen Sie Unterlagen aus Jahren mit vorläufigen Steuerbescheiden also 14 (!) Jahre lang aufbewahren.“ Quelle

„Bei Einzelunternehmen ist der Inhaber aufbewahrungspflichtig, bei der OHG jeder Teilhaber, bei der KG die persönlich haftenden Gesellschafter und die zur Geschäftsführung berufenen Gesellschafter, bei der AG der Vorstand, bei der GmbH jeder (einzelne) Geschäftsführer und bei der atypischen stillen Gesellschaft allein der Inhaber des Handelsgeschäfts.“ Quelle

Lexoffice: Rechtsichere Speicherung der Belege

Meine Frage an den Lexoffice-Support (am 5. Mai 2018 um 9:01):

Bisher habe ich meine Belege auf meinem Laptop zusätzlich gespeichert. Diesen Zusatzaufwand möchte ich mir zukünftig ersparen. Kann ich mich darauf verlassen, dass meine Belege bei Lexoffice auch in 10 Jahren noch verfügbar sind und hält dies auch einer möglichen steuerlichen Betriebsprüfung stand?

Die Antwort vom Support (08.05.2018 09:24)

Mit lexoffice sind Ihre Belege sogar nach Ihrer Kündigung noch gesichert und Sie verfügen immer über einen Lesemodus, über den Sie Zugriff darauf haben.

Mit lexoffice können Sie grundsätzlich GoBD konform papierhafte Belege einscannen und diese im Anschluss daran vernichten (ersetzendes Scannen).

Dabei müssen Sie allerdings einige Dinge beachten.
1. Schriftliche Verfahrensdokumentation für Ihre eigene Belegablage erstellen

Sie müssen für Ihre Firma eine schriftliche Verfahrensdokumentation zur Belegablage erstellen.
Aus dieser muss hervorgehen, wer in ihrem Unternehmen wann welche für Belege wie verarbeitet. Zudem müssen Sie beschreiben, über welche Kontrollmechanismen (z.B. 4-Augen Prinzip) Sie sicherstellen, dass die gescannten Belege dem Original entsprechen.
Tipp: Die Arbeitsgemeinschaft für wirtschaftliche Verwaltung e.V. stellt eine Musterverfahrensdokumentation zur Verfügung, die Sie leicht für Ihre eigene Firma anpassen können.
2. Nach dem Scan eines Belegs das elektronischen Bild sofort prüfen

Vollständigkeit: Stimmen die Seitenzahlen in Scan und Original überein? Sind alle Inhalte einer Seite erfasst?
Korrektheit: Sind alle Zahlen und Text korrekt?
Lesbarkeit: Ist der Scan scharf? Ist der Kontrast ausreichend? Sind wichtige Fabrinformationen (z.B. roter Text für Minusbeträge) lesbar?
3. Belege zeitnah in lexoffice erfassen und festschreiben

Nachdem Sie den Scan in lexoffice hochgeladen haben, sollten Sie diesen möglichst zeitnah erfassen und Ihre Belege möglichst umgehend – spätestens mit der Übermittlung der Umsatzsteuervoranmeldung – festschreiben.
4. Einige Belege müssen Sie immer auch im Original aufbewahren

Spendenbelege, (beurkundete) Verträge, Steuerbescheinigungen und Dokumente mit Beweiskraft in gerichtlichen Verfahren müssen Sie immer auch im Original aufbewahren. Diese Belege können Sie natürlich zusätzlich scannen und in lexoffice ablegen, um sie so jederzeit schnell im Blick zu haben.
5. Sie als Anwender tragen die Verantwortung für Ihre Buchführung und Belegablage

Sie als Nutzer von lexoffice bzw. als gesetzlicher Vertreter Ihres Unternehmens sind und bleiben der Verantwortliche für Ihre Buchhaltung sowie die damit verbundene Erfassung und Archivierung Ihrer Belege. Diese Verantwortung kann Ihnen weder lexoffice noch Ihr Steuerberater abnehmen.

D.h. unabhängig davon ob Sie lexoffice oder eine andere Technologie einsetzen und unabhängig davon, nach welchem Verfahren wie Sie Ihre Buchführung und Belegablage organiseren, sind Sie als gesetzlicher Vertreter verantwortlich für die Einhaltung der gesetzlichen Ordnungsmäßigkeitsanforderungen.

Im Einzelnen sind diese Anforderungen von Ihnen zu erfüllen:

die Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (§ 239 Abs. 4 HGB)
die Berücksichtigung der damit verbundenen Anforderungen an die Sicherheit IT-gestützter Rechnungslegung
die Nachvollziehbarkeit der Buchführungs- bzw. Rechnungslegungsverfahren (§ 238 Abs. 1 Satz 2 HGB)
die Nachvollziehbarkeit der Abbildung der einzelnen Geschäftsvorfälle in ihrer Entstehung und Abwicklung (§ 238 Abs. 1 Satz 3 HGB)
die Einhaltung der Aufbewahrungsvorschriften (§ 239 Abs. 4, § 257 HGB)

Lexoffice: Korrekte Buchung Amazon Affiliate Einnahmen

[Disclaimer: Ich bin kein Steuerberater und übernehme für die Richtigkeit des Folgenden keine Haftung]

Die Einnahmen unterliegen dem Reverse Charge-Verfahren (Quelle).

Beim Erfassen des Belegs einfach Amazon als Kunde anlegen mit der USt-ID: LU20260743

Bei Lexware einfach als Einnahme unter Fremdeistungen §13b verbuchen.(Quelle)